Allgemeine Sicherheitsempfehlungen des CTCA zur Anwendung traditioneller chinesischer Arzneien

Regelmäßige Transaminasen-Kontrollen bei jeder für länger geplanten chinesischen Arzneitherapie.


Besonders bei:

  • hoch dosierter Behandlung, z.B. bei Hauterkrankungen
  • bekanntem Leberschaden, erhöhtem Alkoholkonsum oder Lebererkrankungen in der Anamnese
  • Patienten über 65 Jahre
  • Patienten, die andere Medikamente einnehmen oder andere Stoffe, mit denen Wechselwirkungen auftreten können (z.B. Grapefruitsaft, Johanniskraut)
  • Kontrolle mindestens der GPT
  • wichtig: Bestimmung bereits vor Therapiebeginn

 

Maßnahmen bei Symptomen wie ungewöhnliche Müdigkeit und/oder länger anhaltende Übelkeit (als mögliche Hinweise auf einen ernsten Leberschaden):

  • den Patienten von vornherein darauf hinweisen, dass er bei Auftreten dieser Symptome Rücksprache mit dem Therapeuten suchen, im Zweifelsfall die Therapie aussetzen soll
  • Bestimmung der Leberenzyme, bei Leberschaden Abklärung aller anderen in Frage kommenden Ursachen
  • den Patienten darauf hinzuweisen, dass er die verabreichten Mittel nicht wieder einnehmen darf, solange der Verdacht auf eine von diesen ausgehende schädliche Wirkung nicht ausgeräumt ist.

Bei gleichzeitiger Einnahme westlicher Arzneimittel muss die Möglichkeit von Wechselwirkungen vermehrt in Betracht gezogen werden. Für Mittel mit enger therapeutischer Breite gilt:

  • Indikation sowohl für die westlichen als auch für die chinesischen Arzneimittel streng stellen.
  • soweit möglich Serum- bzw. Wirkspiegel der westlichen Arzneimittel engmaschig kontrollieren
  • insbesondere in der Anfangsphase oder bei Veränderungen einer Rezeptur
  • insbesondere bei Therapie mit Antikoagulantien, Zytostatika und Immunsuppressiva, z.B. Cyclosporin

Bei der Anwendung von Herba ephedrae / MA HUANG sollten in Anlehnung an die Monografie Ephedrae herba der Kommission E (deutsches Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) und die Erfahrungen aus den USA folgende Gegenanzeigen beachtet werden:
Bluthochdruck; Herzerkrankungen;
Gefäßerkrankungen, insbesondere der Herzkranzgefäße und der Hirngefäße;
Herzrhythmusstörungen;
psychiatrische Erkrankungen; Angst- und Spannungszustände; Suchtkrankheiten;
Anfallsleiden; Engwinkelglaukom; Blasenentleerungsstörung; Schilddrüsendysfunktion;
Einnahme von MAO-Hemmern oder sympathomimetisch wirkenden Arzneimitteln

relative Gegenanzeigen:
Leerezustände, insbesondere mit Schwitzen
Schwangerschaft; Stillzeit; Kinder unter 6 Jahren
Hochleistungssport oder während des Fastens
Vorsicht bei Niereninsuffizienz

Für chinesische Drogen oder Extrakte
sollten nur sichere Bezugsquellen gewählt werden, die eine Prüfung nach den in Deutschland gültigen Bestimmungen gewährleisten.
Chinesische Fertigarzneimittel
sollten wegen möglicher Beimengungen westlicher Pharmaka oder Verunreinigungen nur verordnet werden, wenn sie nach der internationalen Norm Good Manufactoring Practise (GMP) hergestellt wurden.